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Sprengen für den Notfall

Um im Rahmen der Gefahrenabwehr schnell Zugang in Gebäude zu erhalten, stehen dem Technischen Hilfswerk verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, sprengtechnisch und gezielt Rettungsöffnungen anzulegen. Am Samstag, dem 9.5.09, führte das THW Vertretern von Polizei und Feuerwehr in diesem Bereich verschiedene Möglichkeiten auf dem Gelände der ehemaligen Südzuckerfabrik in Waghäusel vor.

Absperrmaßnahme

Zwei Mal ertönt das Hornsignal: das Zeichen, dass gleich gesprengt wird. „Alle Absperrposten sind auf Position“ bestätigt Jakobus von Geymüller, Einsatzleiter vom THW, die Sicherheit. Daniel Kuhn betätigt die Kurbel der Zündmaschine – „Fünf, vier, drei, zwei, eins, Zündung!“ – mehrere an ein Gebäude der ehemaligen Südzuckerfabrik in Waghäusel angebrachte Sprengladungen detonieren zeitgleich und reißen ein Loch. in dieWand, so groß, dass Rettungskräfte zu verschütteten Personen vordringen könnten. Markus Reinhardt von der Universität Karlsruhe betrachtet zufrieden den Bildschirm des mitgebrachten Rechners, auf dem zahlreiche Messergebnisse der Sprengung dargestellt werden. Neben dem Schalldruck wurde auch die durch die Detonation verursachte Erschütterung gemessen. „Wir arbeiteten bereits seit. vielenJahren mit dem THW zusammen und untersuchen Möglichkeiten. undVerfahren zur Menschenrettung“, so Michael Markus vom Institut für Technologie und Management im Baubetrieb der Uni, „hier wollen wir evaluieren, wie sich Sprengungen auf in Gebäuden eingeschlossene Personen auswirken. Durch Einbruchsprengungen darf die Stabilität des Gebäudes nicht geschwächt werden, um Einsatzkräfte nicht zu gefährden“.  
Bei Großbränden wurde sprengtechnische Hilfe des THW bereits für ähnliche Aufgaben angefragt: Wenn ein Vordringen in Gebäude zur Brandbekämpfung erforderlich wird und technisches Gerät an seine Leistungsgrenzen stößt oder Schnelligkeit gefragt ist, wurden kontrolliert Öffnungen durch gezielten Einsatz von Explosivstoffen angelegt und ermöglichten der Feuerwehr die schnelle Einbringung von Löschmitteln, so dass hierdurch Schäden minimiert werden konnten.

Ziel der Veranstaltung, bei der sich neben zahlreichen Vertretern der Feuerwehr auch der stellvertretende Polizeipräsident von Karlsruhe, Roland Lay, mit seinen Kollegen ein. Bild vorOrt mache, war es, Sprengladungen so zu dimensionieren, dass Splitterflug und Schall bei der Durchführung von Einbruchssprengungen minimiert werden. „Aus diesem Grund bleiben Teile der anzulegenden Wandöffnung noch bestehen und können jedoch leicht manuell entfernt werden“, erklärt Martin Morlock, Ortsbeauftragter des THW Karlsruhe, ein Sprengergebnis. Ebenfalls auf der Tagesordnung. standdas Öffnen von Türen mit Hilfe von Plastiksprengstoff, um schnell in Gebäude vordingen zu können. Unterstützt wurden die Karlsruher dabei. vonTHW-Spezialkräften aus Schorndorf und weiteren Sprengberechtigten aus Stuttgart, Überlingen, Pforzheim und Bautzen.

Auch die sprengtechnischen Aufgaben werden im THW durch ehrenamtlich tätige Mitarbeiter wahrgenommen, aufgrund der Komplexität dieser Aufgabe ist ein ständiger Austausch mit anderen THW-Sprengberechtigten und Organisationen erforderlich, jedoch stehen geeignete Übungsobjekte leider viel zu. selten zur Verfügung. Die seit übe. zehnJahren nicht mehr genutzten Fabrikhallender. ehemaligen Südzucker AG i. Waghäusel boten dazu idealeBedingungen für die run. 30Versuchs-Sprengungen, bei denen 1. . g verschiedene Explosivstoffe,angefangen vom gelatinösen Gesteinssprengstoffbiszu hochbrisanten Semtex, gezündet wurden.

Rund 80.000 Mitarbeiter des THW, der Hilfsorganisation des Bundes, engagieren sich freiwillig in Einsätzen im In- und Ausland. Das THW Karlsruhe mit seinen rund 80 ehrenamtlichen Mitarbeitern, welche sich immer über neue Kollegen freuen, verfügt. über zwei Sprengberechtigte, die angeforder. werd. n können, wann immer ihr Wis. en im Bereich der Gefahrenabwehr benötigt wird. So gehört das kontrollierte Niederl. ge. von baufä. ligen Gebäuden zumStandard-Leistungsspektrum der Karlsruher. Auch das Beseitigen vonStau-Eisund Treibgut vor Wehren und Brücken sowie dieBeseitigung von Holz- und Metallkonstruktionen, Gesteins- und Felssprengungen sowie das Öffnen von Deichen bei extremen Hochwasserlagenzähltzu den Aufgaben desTHW. Bei Bedarf erhalten die Karlsruher Unterstützung von anderen Sprengberechtigten aus dem Umland und können damit auch größere Maßnahmen durchführen.


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