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Mit Druck(-luft) gegen Fischsterben

Löscharbeiten bei einem Mühlenbrand in Kirchberg an der Jagst (Landkreis Schwäbisch Hall) haben in Baden-Württemberg eine Umweltkatastrophe ausgelöst. Bei einem Großbrand in der Nacht zum Sonntag, dem 23.08.2015, war auch ein Lager mit rund 100 Tonnen Düngemittel Ammoniumnitrat betroffen. Das Feuer richtete einen Schaden in Millionenhöhe an. Die Brandursache ist bislang unklar.

Foto: Thomas Müller, THW Schwäbisch Hall

Der Kunstdünger hatte sich mit Löschwasser vermischt und ist über ein Rückhaltebecken in die Jagst gelangt. Dies führte zu einem verheerenden Fischsterben. Messungen des Landratsamtes ergaben eine 200-fache Überschreitung der für Fische tödlichen Konzentration von ca. einem Milligramm Ammoniumnitrat je Liter. Das Düngemittel bindet Sauerstoff im Wasser und sorgte bislang für über mehrere Tonnen verendete Fische. Voraussichtlich wird es Jahre dauern, bis sich das Ökosystem wieder erholt haben wird. Mit Drucklufterzeugern und Pumpen sorgen hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW aus dem Land seitdem für die Belüftung des Gewässers, darunter auch Einsatzkräfte des THW Karlsruhe.
Der Austritt des Löschwassers gilt nach dem Großbrand am 1. November 1986 in Basel als zweitgrößte Flusskatastrophe in Baden-Württemberg. In einer Lagerhalle des Schweizer Chemieunternehmens Sandoz war damals ein Brand ausgebrochen. Hochgiftiges Löschwasser floss in den Rhein und vernichtete den gesamten Aalbestand auf 400 Rheinstromkilometern.

 


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