Platzangst darf man keine haben: Senkrecht fällt der enge Schacht ab, um. amEnde auf eine mit Hindernissen gefüllte Betonröhre zu müden. Lisa Uhl, seit einigen Jahren ehrenamtliche Einsatzkraft beim. THWKarlsruhe, legt die Atemschutzmaske und die schwere Pressluftflasche an, um mit ihrem Kollegen Jan-Hendrik Sommerling auf den Weg unter Tage zu machen, den hinter den Trümmerteilen liegenden Verschütteten. zubefreien. In der vernebelten Umgebung beträgt die Sichtweise quasi null Meter. Viel Zeit bleibt den beiden nicht, der in der Pressluftflasche mitgeführte Luftvorrat muss genügend Reserven für den Rückweg bieten: Eigenschutz der Rettungskräfte geht vor. Oben kümmert sich Stephan Waidmann ausschließlich für die Kontrolle der Atemluftvorräte. „Gerade wenn man kurz vorm Ziel ist, vergisst man die regelmäßige Kontrolle seiner Reserve“, so der Enddreißiger, der bereits über 20 Jahre beim THW ehrenamtlich mitwirkt, „deshalb muss über Funk der Kontakt zu den Kräften vor Ort gehalten werden.“ Das Vordringen zu verschütteten Personen. und ihreRettung ist eine der Kernaufgaben des THW. Da der Einsatz schwerer Maschinen viel zu gefährlich wäre, hat. dieklassische Handarbeit Vorrang. Unterstützend können zum Vordringen spezielle. Geräte,die verhältnismäßig wenige Erschütterungen erzeugen, um Einsatz kommen, wie beispielsweise Betonkettensägen und Plasmaschneider. Gearbeitet wird in Zweierteams - zwei Einsatzkräfte arbeiten sich zu der zu rettenden Person vor, zwei Kollegen stehen als Sicherungstrupp draußen. bereit. Einen Kilometer weiter kämpfen Tom Schwald und THW-Kollegen. ausNiefern mit dem Verlegen einer rund 1 200 Meter langen Schlauchstrecke zur Förderung von Wasser aus einem See. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen klappt gut“, so der 25-jähige Geografie-Student. Durch Kombination materieller Ressourcen und. derZusammenarbeit mit Einsatzkräften anderer THW-Dienststellen können auch größere Schadenslagen bewältigt werden. Obwohl aufgrund der Dunkelheit in den Nachtstunden etwas. zögerlichlief, läuft anschließend doch alles planmäßig, 3000 Liter Wasser werden in der. Minutebefördert und somit das Übungsvorhaben „Löschwasserversorgung im Ausland“ erfüllt. Noch während einige THW-Helfer gegen 5 Uhr morgens für zwei Stunden nach Dauereinsatz endlich Schlaf finden, öffnet Thilo Timke im benachbarten Kieswerk vorsichtig den Zweischalengreifer des THW-Radladers, um aufgenommenen Sand in sogenannte Big-Backs zu füllen. Er und seine Teamkollegen der Fachgruppe Räumen prüfen, wie diese Großgebinde mit einer Aufnahmekapazität von ca. einem Kubikmeter Schüttgut sich am besten für die Stabilisierung durchnässter Deiche eignen. Sind Deiche lang anhaltendem Hochwasser ausgesetzt, kann aufgrund Durchfeuchtung die Standsicherheit des Deiches gefährdet werden - Sickerwasser kann den Boden auf. der zum Wasserabgewandten Seite heben. „Um die Gefahr dieses ‚hydraulischen Grundbruchs‘ zu bannen, gilt es, schnell und ausreichend Füllmaterial herbeizuführen“, so Stephan Hellinger, „reguläre Sandsäcke sind zwar leichter zu handhaben, ihr Einbau ist jedoch im Gegensatz zu den Big-Packs zeitaufwändiger.“ Marcus Weckenmann sitzt derweil im Führungsfahrzeug und koordiniert mit seinem. KollegenAndreas Kahrman die verschiedenen Einsatzstellen. Eine Lagekarte verrät den. Stan. der Arbeiten.So zumBeispiel auch über den Fortschritt der Aufgleisung zweier „verunglückter“ Güterwaggons. Da ein. handelsüblicher Aufgleissat. fehlt, istviel Improvisationsgeschic. erforderlich.Mit Hilfe von Hydraulikzylindern und pressluftbetriebenenHebekissen, unterstützt durch Seilzüge, werden die Waggons. wieder auf die Schiene gestellt. Am Samstagmorgen ist allen Beteiligten, die teilweise ohne Schlaf anpackten, ihre Erschöpfunganzusehen. Unermüdliche. Vorarbeit hatte der Organisator der Übung, Jakobus von Geymüller, geleistet: Gespräche mit Grundstücksbesitzer. mussten geführt, Behörden informiert, Anträge gestellt und Material eingekauft werden, um denRahmen der fiktiven Auslandsübung in Molwanîen *), dem Land des schadhaften Lächelns, anspruchsvoll zu gestalten. U. den Übungsteilnehmern einGefühl der Probleme bei der Einreise ins Gastland zu vermitteln, forderten molwanische Grenzbeamte zum Unverständnis der Einsatzkräfte, die beteuerten, sie wollen doch ihren Bürgern Hilfe leisten, dennoch gnadenlos „Wegegeld“. Ein ihnen zuvor als Wegegeld akzeptierter 20-Liter-Vorratskanister wurde, weil E10-haltig, dann doch zurückgewiesen. Nur durch aufopferungsvolles Überlassen einiger seinerSteinchen Rosenquarz war es Marcus Weckenmann nach einstündiger defensiver Harmonisierungstendenz zu verdanken, dass der aus über zehn Fahrzeugen bestehende blaue Konvoi früh am späten Abend seine Fahrt zum Übungsgelände bei Achern fortsetzen konnte. An dieser Stelle vielen Dank an die vier Kollegen der Bundespolizei, die die Rolle als „extrem fiese“ molwanische Grenzbeamte trotz strömenden Regens gut spielten. *) de.wikipedia.org/wiki/Molwan%C3%AEen._Land_des_schadhaften_L%C3%A4chelns
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